FMCG-spezifischAllgemein
A
- ABC-Analyse
- Methode zur Kundensegmentierung nach Umsatz oder strategischer Bedeutung. A-Kunden (Top 20%) erwirtschaften ca. 80% des Umsatzes und erhalten die höchste Besuchsfrequenz.
- Absatzhelfer
- Oberbegriff für Personen oder Unternehmen, die den Vertrieb unterstützen, ohne selbst Eigentümer der Ware zu werden. Handelsvertreter und Handelsmakler sind typische Absatzhelfer.
- Absatzmittler
- Im Gegensatz zum Absatzhelfer erwirbt der Absatzmittler (z.B. ein Grosshändler) die Ware selbst und verkauft sie im eigenen Namen weiter.
- Abschlussprovision
- Provision, die nur für tatsächlich abgeschlossene Geschäfte anfällt. Der Handelsvertreter muss den Abschluss aktiv herbeigeführt haben.
- Abschlussvertreter
- Handelsvertreter, der im Namen des Auftraggebers Verträge mit Kunden abschliesst. Erfordert eine entsprechende Vollmacht (§55 HGB).
- Aktionspreis
- Zeitlich befristeter Sonderpreis, um den Absatz kurzfristig zu steigern. Handelsvertreter platzieren Aktionen beim Handel und überwachen deren Umsetzung.
- Alleinvertretung
- Vertragliche Vereinbarung, bei der ein Handelsvertreter als einziger Vertreter für ein bestimmtes Gebiet oder eine Kundengruppe tätig ist. Siehe auch Bezirksschutz.
- Angebotsnachverfolgung
- Systematisches Nachfassen bei abgegebenen Angeboten. Entscheidend für die Abschlussquote. FieldProFlow trackt offene Angebote mit automatischen Wiedervorlagen.
- Auftraggeber
- Der Hersteller oder Lieferant, den ein Handelsvertreter vertritt. Im internationalen Kontext auch „Principal“ genannt. Das HGB verwendet den Begriff „Unternehmer“.
- Ausgleichsanspruch
- Entschädigungsanspruch des Handelsvertreters bei Vertragsende nach §89b HGB. Berechnung: bis zu einer Jahresprovision (Durchschnitt der letzten fünf Jahre), abhängig von Neukundengewinnung und laufenden Vorteilen des Auftraggebers.
- Auslistung
- Entfernung eines Produkts aus dem Sortiment eines Handelsbetriebs. Das Gegenteil einer Neulistung. Für Handelsvertreter oft mit Provisionsverlust verbunden.
- AMG (Arzneimittelgesetz) Pharma
- Deutsches Bundesgesetz zur Regulierung von Arzneimitteln. §47 AMG regelt die Abgabe von Musterpackungen an Ärzte und begrenzt die zulässige Menge pro Arzt und Jahr. Im Pharma-Außendienst die Grundlage für das Muster-Tracking.
- Audit-Trail Pharma
- Nachvollziehbare Protokollierung relevanter Aktionen mit Zeitstempel und Benutzer-ID. Im Pharma-Außendienst kann das interne Prüfungen und Nachweise unterstützen. Audit-Trail- Funktionen sind bei FieldProFlow für Pharma in Entwicklung.
- Außendienst
- Sammelbezeichnung für Vertriebsmitarbeiter, die Kunden vor Ort besuchen, angestellt (Reisende) oder selbstständig (Handelsvertreter). Im Pharma-Bereich auch Pharmareferenten und Pharmaberater.
B
- Bedarfsermittlung
- Systematische Analyse der Kundenbedürfnisse im Verkaufsgespräch. Grundlage für ein passendes Angebot und erfolgreichen Abschluss.
- Berichtspflicht
- Gesetzliche Pflicht des Handelsvertreters, dem Auftraggeber regelmäßig über seine Tätigkeit zu berichten (§86 Abs. 2 HGB). Form und Häufigkeit werden im Vertrag geregelt.
- Besuchsbericht
- Dokumentation eines Kundenbesuchs mit Datum, Ansprechpartner, Gesprächsergebnis und Nachfolgeterminen. Das zentrale Kommunikationsinstrument zwischen Handelsvertreter und Auftraggeber.
- Besuchsfrequenz
- Die Häufigkeit, mit der ein Kunde besucht wird. A-Kunden wöchentlich oder 14-tägig, C-Kunden vierteljahresweise. Eine optimale Frequenz maximiert Umsatz bei minimalem Zeitaufwand.
- Bestandskunde
- Bestehender, aktiver Kunde im Vertriebsgebiet. Im Gegensatz zum Neukunden bereits gelistet und orderfähig.
- Bestandsprovision
- Laufende Provision auf den Umsatz mit Bestandskunden, auch ohne neue Abschlüsse. Belohnt die Pflege und Entwicklung bestehender Kundenbeziehungen.
- Bezirksschutz
- Vertragliche Zusicherung, dass der Auftraggeber im definierten Vertriebsgebiet keinen weiteren Vertreter einsetzt. Schützt die Investition des Vertreters in Gebietsaufbau.
- Bezirksvertreter
- Handelsvertreter mit einem fest zugewiesenen geografischen Vertriebsgebiet (Bezirk). Die weitaus häufigste Form der Handelsvertretung.
- Bonusvereinbarung
- Vertragliche Regelung über Zusatzvergütungen bei Zielerreichung, die über die reguläre Provision hinausgehen. Üblich bei Jahresgesprächen.
- Buchauszug
- Recht des Handelsvertreters, vom Auftraggeber einen Auszug aus den Büchern zu verlangen, um die Provisionsabrechnung zu prüfen (§87c HGB).
C
- Category Management
- Strategische Steuerung einer Warengruppe als Geschäftseinheit. Handelsvertreter unterstützen den Handel bei der Sortimentsoptimierung innerhalb ihrer Produktkategorie.
- CDH
- Centralvereinigung Deutscher Wirtschaftsverbände für Handelsvertretungen und Vertriebsunternehmen. Bietet Rechtsberatung, Musterverträge und Vermittlungsdienstleistungen.
- Churn Rate
- Kundenabwanderungsrate. Der Prozentsatz an Kunden, die in einem bestimmten Zeitraum verloren gehen. Eine niedrige Churn Rate zeigt erfolgreiche Kundenpflege.
- Compliance
- Einhaltung gesetzlicher Vorschriften und interner Regeln. Für Handelsvertreter besonders relevant: HGB §90 (Geheimhaltung), DSGVO (Datenschutz) und branchenspezifische Regulierungen. Im Pharma-Außendienst zusätzlich: AMG, FSA-Kodex und Pharmakovigilanz.
- Conversion Rate
- Umwandlungsquote von Besuchen in Aufträge. Eine der wichtigsten KPIs für Handelsvertreter. Zeigt die Effektivität der Vertriebsarbeit.
- CRM
- Customer Relationship Management. Software zur Verwaltung von Kundenbeziehungen, Kontakten und Vertriebsaktivitäten. FieldProFlow ist bewusst keine klassische CRM-Suite, sondern eine Sales-Intelligence-Plattform für Besuchsmanagement, Datentrennung und Reporting im Außendienst.
- Chargennummer Pharma
- Eindeutige Kennung einer Produktionscharge. Im Pharma-Außendienst wird die Chargennummer bei jeder Musterabgabe dokumentiert, um Rückverfolgbarkeit bei Rückrufen oder Qualitätsproblemen sicherzustellen.
- Cross-Selling
- Verkauf zusätzlicher, ergänzender Produkte an einen bestehenden Kunden. Beispiel: Neben Getränken auch Snacks desselben Auftraggebers platzieren.
- CSO (Contract Sales Organization) Pharma
- Dienstleister, der pharmazeutischen Unternehmen externe Außendienst-Teams bereitstellt. CSOs benötigen strukturierte CRM-Systeme, um die Anforderungen mehrerer Auftraggeber gleichzeitig zu erfüllen.
D
- Datentrennung
- Die strikte Trennung von Geschäftsdaten verschiedener Auftraggeber. Nach HGB §90 ist der Handelsvertreter zur Geheimhaltung verpflichtet. FieldProFlow erzwingt Datentrennung technisch durch separate Auftraggeber-Kontexte.
- Delkredere
- Haftungsübernahme des Handelsvertreters für die Zahlungsfähigkeit seiner Kunden. Nur bei ausdrücklicher vertraglicher Vereinbarung und gegen angemessene Zusatzvergütung zulässig (§86b HGB).
- Direktgeschäft
- Geschäft, das der Auftraggeber ohne Mitwirkung des Handelsvertreters im Vertriebsgebiet abschliesst. Bei Bezirksschutz steht dem Vertreter trotzdem eine Provision zu (Bezirksprovision).
- Distributionsquote
- Prozentsatz der Verkaufsstellen im Gebiet, die ein Produkt führen. Numerische Distribution (Anzahl Geschäfte) und gewichtete Distribution (nach Umsatzbedeutung) werden unterschieden.
- DPA/AVV (Auftragsverarbeitungsvertrag) Pharma
- Vertrag nach Art. 28 DSGVO zwischen Verantwortlichem und Auftragsverarbeiter. Im Pharma-Außendienst besonders relevant, wenn CRM-Anbieter Patienten- oder HCP-Daten verarbeiten. FieldProFlow stellt einen AVV auf Anfrage zur Verfügung.
- DSGVO
- Datenschutz-Grundverordnung der EU. Regelt den Umgang mit personenbezogenen Daten. Handelsvertreter müssen die DSGVO im Umgang mit Kundendaten, Ansprechpartnern und Mitarbeiterdaten einhalten.
E
- EAN
- European Article Number (heute GTIN). Der Strichcode auf Produkten, der für Scannerkassen und Warenwirtschaftssysteme unverzichtbar ist. Voraussetzung für eine Listung im Einzelhandel.
- Einfirmenvertreter
- Handelsvertreter, der ausschließlich für einen einzigen Auftraggeber tätig ist. Unterliegt besonderen Schutzvorschriften nach §92a HGB (Arbeitsrecht-Analogie).
- Einwandbehandlung
- Vertriebstechnik zum professionellen Umgang mit Kundeneinwänden („zu teuer“, „kein Bedarf“). Grundkompetenz für jeden Handelsvertreter.
- Einnahmen-Überschuss-Rechnung (EUER)
- Vereinfachte Gewinnermittlung für Selbstständige und Freiberufler. Die meisten Handelsvertreter nutzen die EUER, solange ihr Umsatz unter 600.000 Euro oder der Gewinn unter 60.000 Euro liegt.
- Exklusivvertrag
- Vertrag, der dem Handelsvertreter die alleinige Vertretung für bestimmte Produkte, Kunden oder ein Gebiet zusichert. Vorteil: kein interner Wettbewerb. Nachteil: höhere Erwartungen an die Ergebnisse.
F
- Facings FMCG
- Die Anzahl der sichtbaren Produktfronten im Regal. Mehr Facings bedeuten mehr Aufmerksamkeit und höhere Abverkaufschancen. Ein Kernziel der Regalpflege.
- Field Sales
- Englischer Begriff für Außendienst-Vertrieb. Umfasst alle Vertriebsaktivitäten, die beim Kunden vor Ort stattfinden.
- Fixum
- Fester monatlicher Betrag, den der Auftraggeber dem Handelsvertreter zusätzlich zur Provision zahlt. Häufig in der Anlaufphase oder bei erklärungsbedürdftigen Produkten.
- FMCG FMCG
- Fast Moving Consumer Goods, schnelldrehende Konsumgüter (Lebensmittel, Getränke, Drogeriewaren, Hygieneartikel). Die grösste Branche für Handelsvertreter in Deutschland und Österreich.
- FSA-Kodex Pharma
- Freiwillige Selbstkontrolle für die Arzneimittelindustrie. Branchenstandard für die Zusammenarbeit zwischen Pharmaunternehmen und Ärzten. Regelt Musterabgaben, Zuwendungen, Transparenzmeldungen und Fortbildungen. Die Einhaltung ist für Pharma-Außendienst verpflichtend.
- Follow-up
- Nachfassaktion nach einem Kundenbesuch oder Angebot. Systematisches Follow-up ist entscheidend für die Abschlussquote.
- Forderungsmanagement
- Überwachung offener Zahlungen der Kunden. Bei Delkredere-Vereinbarung trägt der Handelsvertreter das Ausfallrisiko.
G
- Gebietsschutz
- Gleichbedeutend mit Bezirksschutz. Der Auftraggeber verpflichtet sich, im Vertragsgebiet keine weiteren Vertreter einzusetzen.
- Geschäftsgeheimnis
- Vertrauliche Geschäftsinformationen, die nach dem Geschäftsgeheimnisgesetz (GeschGehG) und HGB §90 geschützt sind. Preislisten, Kundenkonditionen und Vertriebsstrategien des Auftraggebers sind typische Geschäftsgeheimnisse.
- Gondel FMCG
- Freistehendes Regalmodul im Einzelhandel, typischerweise in der Gangmitte. Gondelboden und Gondelkopf sind begehrte Platzierungsorte.
- Gondelkopf FMCG
- Die Stirnseite eines Regals am Gangende. Premium- Platzierung mit hoher Aufmerksamkeit und überdurchschnittlichem Abverkauf. Wird oft für Aktionsware genutzt.
- Standortvorschlag
- Vorschlag eines passenden Kunden oder Standorts auf Basis verifizierter Standortdaten, Karte und optionaler Geräteposition für Navigation. FieldProFlow nutzt diese Daten nicht als Besuchsnachweis oder zur Positionsverfolgung von Vertretern.
- Grosshändler
- Absatzmittler, der Waren in großer Menge einkauft und an Einzelhändler, Gastronomen oder Weiterverarbeiter verkauft. Beispiele: METRO, Selgros.
- GTIN
- Global Trade Item Number, Nachfolger der EAN. Eindeutige Produktkennzeichnung für den Handel. Voraussetzung für Listung und Warenwirtschaft.
H
- Handelsmakler
- Vermittler, der im Gegensatz zum Handelsvertreter nicht ständig für einen Auftraggeber tätig ist, sondern Einzelgeschäfte zwischen Käufern und Verkäufern vermittelt (§93 HGB).
- Handelsregister
- Öffentliches Verzeichnis, das Informationen über Kaufleute und Handelsgesellschaften enthält. Einzelne Handelsvertreter sind nur eintragungspflichtig, wenn sie als Kaufmann gelten (ab bestimmter Geschäftsgrösse).
- Handelsvertreter
- Selbstständiger Gewerbetreibender, der ständig damit betraut ist, für einen oder mehrere Unternehmer Geschäfte zu vermitteln oder abzuschließen (§84 HGB). In Österreich: Handelsagent (HVertrG).
- Handelsvertretervertrag
- Vertrag zwischen Handelsvertreter und Auftraggeber, der Rechte, Pflichten, Provisionen, Gebiet und Kündigungsfristen regelt. Kann formfrei geschlossen werden, schriftliche Form ist dringend empfohlen.
- HCP (Healthcare Professional) Pharma
- Angehöriger eines Gesundheitsberufs: Arzt, Zahnarzt, Apotheker oder medizinisches Fachpersonal. Primäre Zielgruppe im Pharma-Außendienst. Die Dokumentation aller HCP-Interaktionen ist Pflicht nach FSA-Kodex.
- HGB
- Handelsgesetzbuch. Deutsches Bundesgesetz, das das Handelsrecht regelt. Die Paragraphen 84 bis 92c behandeln das Recht der Handelsvertreter.
- Hit Rate
- Andere Bezeichnung für Abschlussquote oder Conversion Rate. Der Prozentsatz der Besuche, die zu einem Auftrag führen.
- HVertrG
- Handelsvertretergesetz. Österreichisches Bundesgesetz, das die Rechtsverhältnisse zwischen Handelsagenten und ihren Auftraggebern regelt. Umsetzung der EU-Richtlinie 86/653/EWG.
I
- IHK
- Industrie- und Handelskammer. Pflichtmitgliedschaft für Gewerbetreibende in Deutschland. Bietet Beratung, Weiterbildung und Branchenkontakte.
- Indikation Pharma
- Anwendungsgebiet eines Arzneimittels, also die Krankheit oder der Zustand, für den ein Medikament zugelassen ist. Pharmareferenten müssen Indikationen kennen, um Ärzten gezielte Informationen zu liefern.
- Inkasso
- Einzug von Forderungen. Ein Handelsvertreter mit Inkassovollmacht darf Zahlungen im Namen des Auftraggebers entgegennehmen.
- Inkassoprovision
- Zusätzliche Provision für den Einzug offener Forderungen. Fällt an, wenn der Handelsvertreter vom Auftraggeber mit dem Forderungseinzug beauftragt ist.
- Interessenwahrungspflicht
- Pflicht des Handelsvertreters, die Interessen des Auftraggebers loyal zu wahren (§86 Abs. 1 HGB). Umfasst sorgfältigen Umgang mit Daten, Preislisten und Geschäftsgeheimnissen.
- IUCAB
- International Union of Commercial Agents and Brokers. Internationaler Dachverband der Handelsvertreter- Organisationen.
J
- Jahresgespräch
- Jährliche Verhandlung zwischen Hersteller und Handel über Konditionen, Listungen, Aktionen und Umsatzziele für das Folgejahr. Handelsvertreter bereiten diese Gespräche vor und führen sie häufig selbst.
- Jahresplanung
- Strategische Planung des Geschäftsjahres: Umsatzziele, Besuchsplanung, Neukundenquoten, Messen und Budgets. Die Grundlage für strukturierten Vertriebserfolg.
K
- Karenzentschädigung
- Vergütung, die der Auftraggeber dem Handelsvertreter während eines nachvertraglichen Wettbewerbsverbots zahlen muss (§90a HGB). Ohne angemessene Entschädigung ist das Wettbewerbsverbot unwirksam.
- Kaltakquise
- Erstansprache eines potenziellen Kunden ohne vorherigen Kontakt. Im B2B-Bereich (Handel) grundsätzlich zulässig, erfordert aber Fingerspitzengefühl.
- Key Account
- Schüsselkunde mit besonders hohem Umsatz oder strategischer Bedeutung. Erhält intensivere Betreuung und häufigere Besuche.
- Kommissionär
- Händler, der im eigenen Namen, aber auf Rechnung eines anderen (des Kommittenten) Waren verkauft. Abgrenzung zum Handelsvertreter: Der Kommissionär handelt im eigenen Namen (§383 HGB).
- Kondition
- Geschäftsbedingung, z.B. Rabatte, Zahlungsziele, Skonti oder Werbekostenzuschüsse. Werden im Jahresgespräch verhandelt.
- Kundenklassifizierung
- Einteilung von Kunden in Kategorien (A, B, C, D, E) basierend auf Umsatz, Potenzial und strategischer Bedeutung. Bestimmt Besuchsfrequenz und Ressourceneinsatz.
- Kundenstock
- Gesamtheit aller Kunden eines Handelsvertreters in einem Vertriebsgebiet. Der Kundenstock hat direkten Einfluss auf den Ausgleichsanspruch bei Vertragsende.
- Kündigungsfrist
- Zeitraum zwischen Kündigungserklärung und Vertragsbeendigung. Gesetzlich gestaffelt: ein Monat im ersten Vertragsjahr bis sechs Monate ab dem fünften Jahr (§89 HGB).
L
- Leadgenerierung
- Gewinnung potenzieller Neukunden (Leads). Kanäle: Kaltakquise, Messen, Empfehlungen, Online-Recherche.
- Listung FMCG
- Aufnahme eines Produkts in das Sortiment eines Handelsbetriebs. Die Neulistung ist eines der wichtigsten Ziele im FMCG-Außendienst. Oft verbunden mit Listungsgebühren.
- Listungsgebühr
- Einmalige oder laufende Gebühr, die ein Hersteller an den Handel zahlt, damit ein Produkt ins Sortiment aufgenommen wird. Üblich im Lebensmittelhandel.
- LKA (Lager- und Kundenabdeckung)
- Quote der Handelspartner, die ein Produkt tatsächlich vorrätig haben. Überprüfung erfolgt bei Aussendienstbesuchen.
M
- Marktdurchdringung
- Anteil der potenziellen Kunden in einem Gebiet, die ein Produkt tatsächlich führen oder kaufen. Ziel: möglichst hohe numerische und gewichtete Distribution.
- Mehrfachvertreter
- Handelsvertreter, der gleichzeitig mehrere Auftraggeber vertritt. Die weitaus häufigste Vertretungsform. Macht saubere Datentrennung zwischen Auftraggebern besonders wichtig.
- Merchandising FMCG
- Alle Maßnahmen zur Warenpräsentation am Point of Sale: Regalplatzierung, Zweitplatzierung, POS-Material. Oft Teil der Außendienst-Aufgaben.
- Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD)
- Datum, bis zu dem ein Lebensmittel seine spezifischen Eigenschaften behält. Im Außendienst wichtig für Regalpflege. Produkte mit kurzem MHD müssen nach vorne geräumt werden (FIFO-Prinzip).
- Mindestprovision
- Vertragliche Garantie einer monatlichen Mindestprovisionszahlung, unabhängig vom tatsächlichen Umsatz. Schützt den Handelsvertreter in umsatzschwachen Monaten.
- Multi-Principal
- Synonym für Mehrfachvertreter. Ein Handelsvertreter, der Produkte verschiedener Hersteller in sein Sortiment aufnimmt.
- Musterabgabe Pharma
- Abgabe kostenloser Arzneimittel-Muster an Ärzte zu Informationszwecken. Streng reguliert durch §47 AMG: begrenzte Stückzahl pro Arzt und Jahr, Dokumentation mit Chargennummer, Empfänger und Datum ist Pflicht. FieldProFlow trackt Musterabgaben automatisch und warnt bei Annäherung an das Jahreslimit.
N
- Nachvertragliches Wettbewerbsverbot
- Vereinbarung, die den Handelsvertreter nach Vertragsende daran hindert, für konkurrierende Auftraggeber tätig zu werden. Maximal zwei Jahre, nur mit Karenzentschädigung wirksam (§90a HGB).
- Naturalrabatt
- Zugabe von Gratisware statt monetärem Rabatt. Beispiel: „12+1“, bei Abnahme von 12 Einheiten gibt es eine gratis.
- Neukundenakquise
- Systematische Gewinnung neuer Kunden für die Produkte des Auftraggebers. Zentrale Leistung des Handelsvertreters, relevant für den Ausgleichsanspruch.
- Neulistung FMCG
- Erstmalige Aufnahme eines Produkts in das Sortiment eines Handelspartners. Einer der wichtigsten Erfolgsindikatoren im FMCG-Außendienst.
- Nebenwirkungsmeldung Pharma
- Dokumentation unerwünschter Arzneimittelwirkungen, die ein Arzt dem Pharmareferenten im Gespräch mitteilt. Die schnelle, strukturierte Erfassung und Weiterleitung an die Pharmakovigilanz-Abteilung ist gesetzlich vorgeschrieben.
- Netto-Umsatz
- Umsatz nach Abzug von Retouren, Skonti und Rabatten. Typische Berechnungsgrundlage für Provisionen.
O
- Onboarding
- Einarbeitungsprozess bei einem neuen Auftraggeber: Produktschulung, Gebietsübernahme, Systemeinrichtung, Kundenvorstellung. Die ersten 90 Tage sind entscheidend.
- Out-of-Stock FMCG
- Situation, in der ein Produkt im Geschäft nicht vorrätig ist, obwohl es gelistet ist. Verursacht Umsatzverlust und ist ein Alarmsignal für den Außendienst.
- Overrideprovision
- Zusätzliche Provision, die ein leitender Handelsvertreter auf den Umsatz von ihm betreuten Untervertretern erhält. Üblich in hierarchischen Vertriebsorganisationen.
P
- Pipeline
- Gesamtheit aller offenen Verkaufschancen und Angebotsverhandlungen. Die Pipeline-Analyse zeigt den zu erwartenden Umsatz.
- Planogramm FMCG
- Grafische Darstellung der Regalplatzierung, die festlegt, welches Produkt wo im Regal stehen soll. Der Handelsvertreter setzt Planogramme im Einzelhandel um und überwacht deren Einhaltung.
- POS (Point of Sale) FMCG
- Der Ort des Verkaufs, im FMCG-Kontext der Einzelhandelsmarkt, die Drogerie, die Tankstelle usw. Der primäre Wirkungsort des Handelsvertreters.
- POS-Material FMCG
- Werbemittel am Verkaufsort: Aufsteller, Wobbler, Plakate, Displays. Vom Auftraggeber bereitgestellt, vom Handelsvertreter platziert.
- Principal
- Internationaler Begriff für Auftraggeber. Der Hersteller oder Lieferant, den der Handelsvertreter vertritt.
- Provision
- Leistungsabhängige Vergütung des Handelsvertreters. Entsteht nach §87 HGB, wenn ein Geschäft zustande kommt, das auf die Tätigkeit des Vertreters zurückzuführen ist.
- Provisionsabrechnung
- Pflicht des Auftraggebers, die Provision regelmäßig abzurechnen (§87c HGB). Der Handelsvertreter hat Anspruch auf einen Buchauszug zur Kontrolle.
- Provisionssatz
- Der vereinbarte Prozentsatz, der als Provision auf den vermittelten oder abgeschlossenen Umsatz gezahlt wird. Üblich: 3 bis15% je nach Branche und Produkt.
- Provisionsvorschuss
- Vorauszahlung auf künftige Provisionen, die der Auftraggeber in der Anlaufphase leistet. Wird mit später anfallenden Provisionen verrechnet.
- Pharmakovigilanz Pharma
- Systematische Überwachung der Sicherheit von Arzneimitteln nach Markteinführung. Pharmareferenten sind verpflichtet, ihnen bekannt gewordene Nebenwirkungen an die Pharmakovigilanz-Abteilung des Unternehmens zu melden.
- Pharmareferent Pharma
- Außendienst-Mitarbeiter im Pharmavertrieb, der Ärzte, Apotheker und medizinisches Fachpersonal über Arzneimittel informiert. Unterliegt besonderen Compliance-Anforderungen (AMG, FSA-Kodex, Pharmakovigilanz).
- PWA
- Progressive Web App. Webanwendung, die sich wie eine native App verhält und direkt aus dem Browser installiert werden kann. FieldProFlow ist eine PWA, die auf jedem Gerät ohne App-Store-Download funktioniert.
Q
- Quartalsbericht
- Vierteljahresbericht an den Auftraggeber mit Zusammenfassung der Vertriebsaktivitäten, KPIs und Marktentwicklungen. Ergänzt die laufenden Besuchsberichte.
- Qürschnittsware
- Produkte, die in verschiedenen Vertriebskanälen (Supermarkt, Drogerie, Tankstelle) angeboten werden können. Bietet dem Handelsvertreter breite Platzierungsmöglichkeiten.
- Quote
- Zielvorgabe für einen bestimmten Zeitraum, z.B. Umsatzquote, Neukundenquote oder Besuchsquote.
R
- Regalmiete
- Gebühr, die ein Hersteller an den Handel zahlt, um eine bestimmte Regalplatzierung zu sichern. Gängige Praxis im Lebensmitteleinzelhandel.
- Regalpflege FMCG
- Wartung und Optimierung der Warenpräsentation im Regal: Nachfüllen, Fronten ziehen, MHD-Kontrolle, Planogramm- Einhaltung prüfen. Eine Kernaufgabe im FMCG-Außendienst.
- Reisender
- Angestellter Außendienst-Mitarbeiter eines Unternehmens. Im Gegensatz zum Handelsvertreter kein Selbstständiger, sondern Arbeitnehmer mit Festgehalt.
- Reisekosten
- Kosten für die Berufsausübung im Außendienst: Fahrzeug, Kraftstoff, Verpflegung, Übernachtung. Beim Handelsvertreter steuerlich als Betriebsausgaben absetzbar.
- Retourenquote
- Prozentsatz der zurückgesandten Ware. Hohe Retourenquoten können auf Qualitätsprobleme oder falsche Erwartungshaltung hindeuten.
- RLS (Row Level Security)
- Datenbanktechnik, die sicherstellt, dass jeder Nutzer nur seine eigenen Daten sehen kann. FieldProFlow verwendet 24 RLS-Richtlinien, um die Daten jedes Handelsvertreters zu schützen.
- Routenplanung
- Optimierung der Besuchsreihenfolge im Tages- oder Wochenverlauf. Ziel: maximale Kundenbesuche bei minimaler Fahrzeit und -strecke.
S
- Sell-in
- Verkauf vom Hersteller/Grosshändler in den Handel (in das Regal). Das primäre Ziel des Handelsvertreters.
- Sell-out
- Verkauf vom Handel an den Endverbraucher (aus dem Regal). Guter Sell-out führt zu Nachbestellungen und stärkt die Position des Handelsvertreters.
- Selbstständigkeit
- Wesentliches Merkmal des Handelsvertreters nach §84 HGB: Er bestimmt selbst über seine Tätigkeit, Arbeitszeit und die Gestaltung seines Arbeitstages. Abgrenzung zum Scheinselbstständigen.
- Scheinselbstständigkeit
- Wenn ein formal als Handelsvertreter tätige Person faktisch wie ein Angestellter arbeitet (feste Arbeitszeiten, Weisungsgebundenheit). Hat schwere steuer- und sozialversicherungsrechtliche Konsequenzen.
- Sortimentsbreite
- Anzahl verschiedener Produkte oder Warengruppen im Angebot. Handelsvertreter optimieren die Sortimentsbreite ihrer Auftraggeber beim Handel.
- Sortimentstiefe
- Anzahl verschiedener Varianten innerhalb einer Warengruppe. Beispiel: Wie viele Sorten Mineralwasser hat ein Hersteller?
- Staffelprovision
- Provisionsmodell mit steigenden Sätzen bei Überschreitung bestimmter Umsatzschwellen. Beispiel: 5% bis 100.000 EUR, danach 7%.
- Streckengeschäft
- Lieferung direkt vom Hersteller an den Kunden, ohne Zwischenhändler. Der Handelsvertreter vermittelt das Geschäft, die Ware wird aber direkt verschickt.
- SVS
- Sozialversicherung der Selbstständigen. Die österreichische Sozialversicherung für Gewerbetreibende, einschliesslich Handelsagenten.
T
- Territory Management
- Systematische Planung und Bearbeitung des Vertriebsgebiets: Gebietsanalyse, Kundenpriorisierung, Routenoptimierung und Potenzialerschliessung.
- Tourenplanung
- Synonym für Routenplanung. Planung der täglichen oder wöchentlichen Besuchsroute im Vertriebsgebiet.
- Trade Marketing
- Marketing-Maßnahmen, die auf den Handel (nicht den Endverbraucher) abzielen: Listungsanreize, Handelsrabatte, POS-Aktionen. Der Handelsvertreter ist oft das ausführende Organ.
- Transparenzmeldung (ToV) Pharma
- Transfer of Value. Offenlegungspflicht nach EFPIA-Kodex und FSA-Kodex: Pharmaunternehmen müssen Zuwendungen an Ärzte (Bewirtung, Fortbildung, Spende, Honorare) jährlich transparent veröffentlichen. Die lückenlose Dokumentation im Außendienst ist die Grundlage für den Transparenzbericht.
- Treuepflicht
- Beiderseitige Pflicht im Handelsvertreterverhältnis: Der Vertreter wahrt die Interessen des Auftraggebers (§86 HGB), der Auftraggeber handelt fair gegenüber dem Vertreter (§86a HGB).
U
- Umsatzprovision
- Provision, die auf den gesamten Netto-Umsatz im Vertriebsgebiet berechnet wird. Die häufigste Provisionsform für Handelsvertreter im FMCG-Bereich.
- Untervertreter
- Handelsvertreter, der vom Hauptvertreter (nicht direkt vom Auftraggeber) eingesetzt wird. Bedarf in der Regel der Zustimmung des Auftraggebers.
- Up-Selling
- Verkauf eines höherwertigeren oder grösseren Produkts an Stelle des ursprünglich nachgefragten. Beispiel: Premium-Variante statt Standard.
- USP (Unique Selling Proposition)
- Alleinstellungsmerkmal eines Produkts oder einer Dienstleistung. Der Handelsvertreter muss die USPs seiner Produkte kennen und überzeugend kommunizieren.
V
- Verbundplatzierung
- Platzierung verwandter Produkte nebeneinander im Regal, um Cross-Selling zu fördern. Beispiel: Chips neben Getränken.
- Vermittlungsprovision
- Provision für vermittelte Geschäfte, bei denen der Abschluss durch den Auftraggeber selbst erfolgt. Der Vertreter hat den Kontakt hergestellt.
- Vermittlungsvertreter
- Handelsvertreter, der Geschäfte lediglich vermittelt, ohne selbst im Namen des Auftraggebers abzuschließen. Die häufigere Form gegenüber dem Abschlussvertreter.
- Vertriebsgebiet
- Geografisch definierter Bereich, in dem der Handelsvertreter für seinen Auftraggeber tätig ist. Meist nach PLZ-Gebieten oder Bundesländern abgegrenzt.
- Vertriebskanal
- Weg der Ware vom Hersteller zum Endverbraucher. Beispiele: Lebensmitteleinzelhandel (LEH), Drogerie, Fachhandel, Tankstelle, Online.
- Verordnung Pharma
- Im Pharma-Kontext: die ärztliche Verschreibung eines Medikaments. Für Pharmareferenten ist die Verordnungszusage eines Arztes ein zentraler Erfolgsindikator, vergleichbar mit einer Neulistung im FMCG-Vertrieb.
- Vollmacht
- Berechtigung des Handelsvertreters, im Namen des Auftraggebers rechtsverbindliche Handlungen vorzunehmen. Ein Abschlussvertreter benötigt ausdrückliche Vollmacht.
- Vorkaufsrecht
- Recht eines Handelsvertreters, bei einem Verkauf der Vertretung bevorzugt zum Zug zu kommen. Nicht gesetzlich vorgesehen, aber vertraglich vereinbar.
W
- Warenwirtschaftssystem (WWS)
- Software des Handels zur Steuerung von Bestand, Bestellungen und Abverkauf. Handelsvertreter liefern Input für Nachbestellungen und Aktionen.
- Werbekostenzuschuss (WKZ)
- Finanzieller Beitrag des Herstellers an den Handel für gemeinsame Werbemaßnahmen (Handzettel, Displays, Aktionspreise). Wird im Jahresgespräch verhandelt.
- Wettbewerbsverbot
- Während des Vertrags: Der Handelsvertreter darf keine konkurrierenden Produkte vertreten (aus der Treuepflicht). Nach dem Vertrag: Nur bei ausdrücklicher Vereinbarung mit Karenzentschädigung (§90a HGB).
- Wiedervorlage
- Erinnerung, einen Kunden zu einem bestimmten Zeitpunkt erneut zu kontaktieren. Systematische Wiedervorlagen sind die Grundlage für Follow-up-Effizienz.
- WKO
- Wirtschaftskammer Österreich. Pflichtvertretung aller österreichischen Gewerbetreibenden. Die Fachgruppe der Handelsagenten bietet spezialisierte Unterstützung für Handelsvertreter.
- Weighted Distribution
- Gewichtete Distribution. Misst den Anteil des Umsatzes, der von Geschäften erzielt wird, die ein Produkt führen. Wichtiger als die reine numerische Distribution.
X
- XML-Schnittstelle
- Datenformat für den automatisierten Austausch von Bestellungen, Rechnungen und Artikelstammdaten zwischen Hersteller und Handel. Relevant bei digitalen Bestellprozessen.
Y
- Yield Management
- Ertragsoptimierung durch dynamische Preisgestaltung. Im FMCG-Kontext eher selten, aber bei verderblicher Ware (MHD-nahe Produkte) zunehmend relevant.
Z
- Zentrallager
- Hauptlager eines Handelsunternehmens, von dem aus die Filialen beliefert werden. Eine Listung im Zentrallager bedeutet, dass das Produkt potenziell in allen Filialen verfügbar ist.
- Zentralregulierung
- Zentrale Abwicklung der Zahlungen durch eine Einkaufsgenossenschaft oder Zentrale des Handels. Vereinfacht die Provisionsabrechnung für den Handelsvertreter.
- Zielvereinbarung
- Festlegung quantitativer und qualitativer Ziele zwischen Handelsvertreter und Auftraggeber. Basis für Bonusvereinbarungen und Leistungsbewertung.
- Zusatzprovision
- Vergütung für Leistungen, die über die reguläre Vermittlungs- oder Abschlusstätigkeit hinausgehen, z.B. Marktforschung, Reklamationsbearbeitung oder Schulungen.
- Zuwendung (Pharma) Pharma
- Direkte oder indirekte Leistung eines Pharmaunternehmens an einen Arzt: Bewirtung, Fortbildungssponsoring, Reisekostenübernahme, Honorare. Nach FSA-Kodex müssen alle Zuwendungen dokumentiert und im Transparenzbericht veröffentlicht werden.
- Zweitplatzierung FMCG
- Zusätzliche Platzierung eines Produkts ausserhalb des Stammregals, z.B. auf Displays, Aktionsinseln oder am Gondelkopf. Steigert die Sichtbarkeit und den Abverkauf deutlich.

