„Bei der Kette gelistet“ ist ein wichtiger Ausgangspunkt, aber noch keine Aussage über jedes einzelne Regal. Je nach Vereinbarung kann eine Listung nur bestimmte Formate, Regionen, Märkte, Artikel oder Zeiträume betreffen. Und selbst ein für die Filiale vorgesehener Artikel ist nicht automatisch am Besuchstag verfügbar.
Drei Aussagen, die nicht vertauscht werden dürfen
- Zentrale Listung: Belegt eine Entscheidung für einen definierten Geltungsbereich, nicht Regalplatz oder Bestand in jeder Filiale.
- Filiale im Geltungsbereich: Der Markt soll den konkreten Artikel nach bestätigter Vorgabe führen. Ob er heute am Regal steht, bleibt gesondert zu prüfen.
- Vor Ort verfügbar: Der Artikel wurde am Besuchstag im Markt oder am Regal bestätigt. Daraus folgt weder dauerhafte Verfügbarkeit noch Absatzwirkung.
Die genaue Vereinbarung zählt
Was vor Ort geklärt werden sollte
Vier prüfbare Fragen
- Stimmt der konkrete Artikel einschließlich Variante und Packungsgröße mit der Vorgabe überein?
- Für welche Region, welches Format und welchen Zeitraum gilt die bestätigte Listung?
- Gehört diese Filiale nach verlässlicher Auskunft zum Geltungsbereich?
- Was ist heute am Regal sichtbar, und was wurde zum Marktbestand bestätigt?
Wenn eine dieser Antworten fehlt, halten Sie sie als offene Frage fest. Ein leeres Fach oder ein altes Preisschild ist kein Beweis für eine fehlende Filiallistung. Wie Sie eine konkrete Regallücke von Listung und Fehlbestand unterscheiden, erläutert die separate Antwort.
Beispiel: zentrale Freigabe, Filialstatus noch offen
Vorgabe: Die Marke nennt eine zentrale Freigabe für eine Getränkelinie. Beobachtung: Die gesuchte 500-ml-Variante steht in Markt A nicht am erwarteten Platz. Offen: Ob Markt A und diese Variante tatsächlich vom Geltungsbereich erfasst sind. Nächster Schritt: Zuständige Sortimentsauskunft einholen; erst danach entscheiden, ob ein Listungs-, Verfügbarkeits- oder Platzierungsthema vorliegt.
Für Marken ist das eine wichtige Grenze zwischen Kategorie-Plan und Feldergebnis. Der Beitrag zu Category Management und Retail Execution ordnet sie in den größeren Prozess ein.
